Haartransplantation – wieso Haartransplantation?

Wir finden sie auf unseren Kopfkissen, wenn wir morgens aufstehen, sie sammeln sich zwischen den Borsten unserer Kämme und Bürsten, sie verstopfen die Abflüsse von Badewannen, Duschbädern und Waschbecken – Haaren an Orten, wo sie nicht hingehören. Täglich verliert der Mensch im Schnitt 80 Haare. Das ist normal. Das Haar (lat. pilus, crinis) ist ein Hautanhangsgebilde und schützt den Körper vor Wärmeverlust sowie vor den UV-Strahlen des Sonnenlichts, auch dient es der Haut als Fläche zum Ausscheiden von Schweiß. Alte Haare fallen aus, neue wachsen nach, die Zellen erneuern sich – normalerweise. Ist der Haarausfall größer als der Haarneuwuchs, lassen kahle Stellen nicht lange auf sich warten. Die Gründe, die Wurzel des Übels wird der Dermatologe feststellen können. Krankheiten (zum Beispiel Schilddrüsen- oder Stoffwechselerkrankungen), übermäßiger Streß, Depressionen, ungesunde Ernährung, entsprechende Erbinformationen können für das Ausgehen der Haare ursächlich verantwortlich gemacht werden. Haarausfall als dynamischer Vorgang (Effluvium) oder Alopezie (Zustand der Haarlosigkeit) sind Symptome und an sich keine Probleme.

Erst durch den jeweilig Betroffenen können sie zum Problem erhoben werden, sei es aus ästhetischen Gründen, sei es aus Gründen der mangelnden Akzeptanz durch die Umwelt. Die Nachfrage besteht, daher ist mittlerweile ein großer Markt für diejenigen entstanden, welche unter ihrer angehenden oder bereits vorhandenen Glatze leiden. Eine Vielzahl an Produnkten wird feil geboten, unterschiedlichste Anbieter werben mit diversen Dienstleistungen. Es gibt unter den Produkten Medikamente, Echthaarperücken, Schampoos, Cremes, Laserkämme, sie sollen hier nicht alle aufgezählt werden; es gibt unter den Dienstleistungen homöopathische Behandlungen, Laser-Therapien und eben Haartransplantationen; sie alle sind mehr oder weniger seriös, mehr oder minder hilfreich und wirksam. Die zurzeit gängisten Medikamente enthalten die Wirkstoffe Finasterid sowie Midoxidil. Finasterid, unter den Markennamen Propecia und Poscar in Tabletten vertrieben, hemmt das androgene Dihydrotestosteron, kurz DHT, welches für genetisch bedingten Haarausfall verantwortlich ist.

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Im besten Fall verzögert es Haarverlust um einige Jahre, muß, um auch dann noch Wirkung zu erziehlen, in höheren Dosen eingenommen werden. Minoxidil ist wesentlicher Bestandteil eines unter dem Markennamen Regaine (in den USA Rogaine) vertriebenenen Arzneimittels, das auf die Kopfhaut eingerieben wird und die Durchblutung fördert, eine bessere Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen gewährleistet und die Haare somit schneller wachsen läßt. Meistens kann der Verbraucher damit ein für sich befriedigendes Ergebnis erzielen. Alternativ zur medikamentösen Behandlung kahler Stellen und neben dem Tragen von Perücken gibt es die operative Möglichkeit der Eigenhaarverpflanzung. Hierbei werden intakte Haare oder folikulare Einheiten, sogenannte Grafts, entnommen und an anderer Stelle wieder eingesetzt. Dies geschieht entweder mittels Entnahme eines behaarten Hautstreifens vom Hinterkopf (Strip-Technik, Wurzeln werden verpflanzt) oder anhand der Entnahme von einzelnen Grafts (Follicular Unit Extraxtion (FUE), folikulare Einheiten werden verpflanzt). In Europa sowie in den Vereinigten Staaten gibt es mittlerweile einige fähige und spezialisierte Ärzte, die gute Arbeit machen. Die Preise liegen in der Regel zwischen 2000 und 8000 Euro. Interssenten sollten sich gründlich überlegen, ob sie eine Operation ins Auge fassen möchten und welche Methode ihnen zusagt, ihre Haarprobleme Vergangenheit werden zu lassen. Einschlägige Informationsseiten im Internet eingen sich ebenso wie Foren, wo man sich austauschen kann. Eine Transplantion ist sicherlich ein gewagter und irrevesibler Schritt und sollte daher mit dem Arzt genau durchgesprochen werden. Andererseits, macht man bei der Auswahl der Klinik keine Fehler, verspricht der Mut belohnt zu werden.

About Andreas Fuchs

Ich bin Andre Fuchs, 56 Jahre alt und Doktor med. aus München. Zusammen mit meiner Frau führe ich seit nun über 20 Jahre eine kleine Praxis in einem Vorort von München. Zudem bin ich leidenschaftlicher Blogger und versuche euch hier auf meinem Infoportal, Tipps, Blogartikel und Anregungen über die Themen Kopfschmerzen, Gesundheit, Ernährung und Wohlbefinden zu geben.

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